Wiener Linien

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Aktuelles Logo der Wiener Linien


Inhaltsverzeichnis

Allgemeines

Die Wiener Linien GmbH & Co KG, bis zum 11. Juni 1999 als Wiener Stadtwerke-Verkehrsbetriebe firmierend, sind der ausgegliederte städtische Verkehrsbetrieb der Bundeshauptstadt Wien und Bestandteil der Wiener Stadtwerke Holding AG.

Die Wiener Linien beschäftigen derzeit (2007) 7.772 Mitarbeiter – rund 400 weniger als im Vorjahr. 2007 wurden 793 Millionen Passagiere befördert, wobei die Zahl seit den 1970er Jahren ansteigt und um rund 50 Millionen über der Anzahl von 2005 liegt. Die Zahl der Jahreskartenbesitzer stieg auf den neuen Rekordwert von 334.577 Personen an, rund ein Drittel davon sind Senioren. 24 Prozent aller Fahrgäste sind Schüler.
Der Umsatz stieg 2004 leicht auf 345,2 Millionen Euro. Laut Erhebungen werden in Wien 34 % aller Wege mit den öffentlichen Verkehrsmitteln zurückgelegt, was im europäischen Vergleich einen Platz an der Spitze bedeutet. Seit 1999 ist auch das RBL bei den Wiener Linien in Betrieb.
Seit Mitte März 2011 verbreiten die Wiener Linien ihre Nachrichten auch über Twitter und Facebook.<ref>Wiener Linien starten im Web 2.0 durch</ref><ref>Wiener Linien twittern</ref>

Seit 1903 tragen die Fahrzeuge der Wiener Linien als Erkennungsmerkmal das Wappen der Stadt Wien. Mit Gründung der Wiener Stadtwerke im Jahre 1949 wurden dem Wappen der Schriftzug „WStW“ hinzugefügt. Ab 1978 wurde das Logo zeitgemäßer: Es sollte einerseits einen Stromabnehmer für den Zweigbereich „Wiener Verkehrsbetriebe“ und einen Pflug für die „Bestattung Wien“ darstellen. In der Mitte befindet sich weiterhin das Wappen der Stadt Wien. 1999 wurden die Wiener Stadtwerke Holding AG ausgegliedert und verschiedene Unternehmen wie zum Beispiel die Wiener Linien GmbH & Co KG verselbstständigt. Da jedoch die Wiener Stadtwerke und ihre nachgeordneten Gesellschaften nicht mehr befugt sind, das Wiener Wappen zu führen, wurde das Logo (wie oben) angepasst. Als erster Triebwagen wurde der E1 4535 auf das neue Logo umgestellt.

Die Wiener Linien Gesellschaften

WIENER LINIEN GmbH

Gesellschafter ist die WIENER STADTWERKE Holding AG zu 100% mit einer einbezahlten Stammeinlage von € 40.000. Die Gesellschaft ist seit 08. September 1998 im Firmenbuch unter der Nummer 174296v eingetragen.

Geschäftsführer sind Mag. Walter Andrle, Dipl.Ing. Dr. Michael Lichtenegger und Dipl.Ing. Günter Steinbauer, welche jedoch nur kollektiv zeichnungsberechtigt sind.

Prokuristen sind MMag. Petra Hums-Ditz, Dipl.Ing. Johann Richter, Dipl.Ing. Gerhard Schöft und Mag. Siegfried Trybek, ebenfalls nur kollektiv zeichnungsberechtigt.

Im Aufsichtsrat sind Michael Bauer, Dr. Gabriele Domschitz, Dr. Josef Kramhöller, Dr. Peter Pollak MBA und Ing. Gerhard Schmid sowie Johann Thier.

WIENER LINIEN GmbH & Co KG

Kommanditist ist die WIENER STADTWERKE Holding AG, unbeschränkt haftender Gesellschafter die WIENER LINIEN GmbH.

Es ist dies die operativ auftretende Gesellschaft. Sie ist im Firmenbuch seit 20. April 1999 unter der Nummer 181593z eingetragen.

WIENER LINIEN Verkehrsprojekte GmbH

Alleingesellschafter ist die WIENER LINIEN GmbH mit einer einbezahlten Stammeinlage von € 35.000.

Alleiniger Geschäftsführer ist DI Richard Stranz.

Die Gesellschaft wurde am 26. November 2003 unter der Nummer 241867m im Firmenbuch eingetragen.

Betriebsnummern

Die Fahrzeuge der Wiener Linien sind durch vierstellige Betriebsnummern und dem (alten) Logo (mit Wien-Wappen) gekennzeichnet.

Streckennetz (2009)

  • 5 U-Bahnlinien mit 68,9 km Netzlänge und 510,2 Mio. Passagieren
  • 28 Straßenbahnlinien mit 214,9 km Netzlänge und 186,9 Mio. Passagieren
  • ca. 45 Tages-Autobuslinien , die in Eigenregie betrieben werden, mit 641,4 km Netzlänge und 114,7 Mio. Passagieren
  • 21 Nachtbuslinien.

Weitere Buslinien werden von Subunternehmern oder direkt von den Privatunternehmen betrieben.

Die meisten Tages-Linien verkehren ca. von 5:00 bis 0:30. Zur Stoßzeit sind viele Linien im 3 bis 5 Minuten Intervall unterwegs, in den Abendstunden verkehrt die U-Bahn im 7,5 Minuten Intervall, Straßenbahn- und Buslinien im 10 oder 15 Minuten Intervall. In der Zeit von 0:30 bis 5:00 verkehren die Nachtbuslinien im 30 Minuten Intervall.

Tariflich sind die Wiener Linien integriert in den Verkehrsverbund Ost-Region (VOR). Das Netz der Wiener Linien liegt zur Gänze in dessen Kernzone (Zone 100).

U-Bahn

Siehe U-Bahn

Straßenbahn

Der Betrieb der Straßenbahn (auch Bim oder Tramway genannt) blickt in Wien auf eine lange Tradition zurück: Schon am 4. Oktober 1865 fuhr die erste Pferdetramway Wiens vom Schottentor nach Hernals.

Um einen leistungsfähigeren Betrieb zu ermöglichen wurde am 27. Oktober 1883 die erste Dampftramwaystrecke eröffnet.

Am 28. Jänner 1897 dann fuhr erstmals eine elektrische Straßenbahn auf den Gleisen der heutigen Linie 5, und da diese bei weitem nicht so viel stank wie die Pferdetramway oder die zusätzlich lautstarke Dampftramway, setzte sich die elektrische Straßenbahn langfristig durch.

1903 fuhr die Pferdetramway die letzte Male. Die Dampftramway hingegen konnte noch bis 1922 ihre Dienste verrichten.

Bis 1910 wurden - noch in der Tradition der Pferdestraßenbahn, wo der Direktkontakt des Kutschers/Führers/Fahrers mit den vorgespannten Pferden erforderlich war - ausschließlich Straßenbahntriebwägen ausgeliefert, deren Plattformen (bzw. Führerstände) nicht verglast waren, sprich: keine vor Kälte und Wind schützenden Fenster. Es dauerte bis 1930, bis die Führerstände und Plattformen aller Straßenbahntriebwägen des Personenverkehrs über schützende Glasscheiben verfügten. Die letzten offenen Schneepflugtriebwägen der Type SP wurden erst 1972 verglast. Die beiden Kippertriebwagen der Type KO wurden mit verglasten Plattformen gar erst 1975 dem Betrieb wieder übergeben. Danach verblieben nur noch die beiden Kranwagen 6112 und 6113, bei denen aus technischen Gründen eine Verglasung der Plattformen nicht möglich war, in offenem Zustand.


Während des 1. Weltkrieges war der Betrieb zunehmend schwieriger durchzuführen. Ab 1916 mussten teilweise Frauen die Arbeiten der zum Militär eingerückten Männer übernehmen, und aufgrund der harten Rahmenbedingungen dieser Zeit musste der Betrieb teilweise eingestellt werden.

Dass das Wiener Straßenbahnnetz seine größte Ausdehnung mit 292 Kilometern Strecke bereits in der Zwischenkriegszeit erfuhr, erscheint auf den ersten Blick wohl sehr erstaunlich - doch man muss an dieser Stelle auch erwähnen, dass auch Wien selbst bereits um die Jahrhundertwende mit über 2 Millionen Einwohnern seine größte Bevölkerungszahl erlebte, welche erst nach dem 1. Weltkrieg merklich zu sinken begann, auf rund 1,5 Millionen bei der Volkszählung 1991. Seither steigt die Einwohnerzahl wieder leicht. Des weiteren kommt hinzu, dass es Anfang bis Mitte des 20. Jahrhunderts noch bei weitem nicht so viele Privat-PKWs gab wie heute, da schlicht zu teuer für den größten Teil der Bevölkerung. Daher waren die Menschen für größere Distanzen regelrecht auf öffentliche Verkehrsmittel wie die Straßenbahn angewiesen.

1938, nach dem Anschluss, wurde der Straßenbahnverkehr bezeichnenderweise tatsächlich von Links auf Rechts umgestellt. Während des 2. Weltkriegs, so lange Wien noch von Kampfhandlungen verschont blieb, erlebte der Straßenbahnbetrieb seine Beförderungshöchstleistung. Auf dem damals noch umfangreicheren Streckennetz wurden 1943 fast 732 Millionen Fahrgäste befördert. 18.000 Personen fanden bei der Wiener Straßenbahn Arbeit. Zu Kriegsende allerdings, als auch Wien von Kampfhandlungen nicht mehr verschont blieb, waren fast alle der insgesamt 4.000 Straßenbahnwagen mehr oder weniger beschädigt. Rund 400 davon waren irreparabel.

Bis 1957 wurde das Netz noch mit den alten, reparierten, Wagen bedient, da erst ab 1951 neue angeschafft werden konnten. Erst mit den ab 1959 gebauten sechsachsigen Gelenktriebwagen der Typen "E" und "E1" von denen bis zum Jahr 1976 insgesamt 427 Exemplare gebaut wurden, gelang es, eine richtungsweisende Fahrzeuggeneration zu schaffen.

Aus Gründen der Wirtschaftlichkeit wurde in den Beiwagen 1964, und in den Triebwagen 1972 damit begonnen, keine Schaffner mehr einzusetzen. Aber nicht zuletzt aus personalpolitischen Gründen dauerte es noch bis 1996, bis der letzte Schaffner seinen Dienst beendete.

Bereits 1995 setzte Wien die ersten Niederflurwagen, genannt "ULF" (Ultra Low Floor = extrem niedriger Boden) ein. Diese von Siemens und Elin gemeinsam hergestellten Fahrzeuge weisen mit 18 cm die niedrigste Einstiegshöhe weltweit aus. Im Bedarfsfall kann die Einstiegstufe sogar verlängert und auf 10 cm gesenkt werden. In Wien sind derzeit rund 150 Exemplare davon im Einsatz.

Zwar wurden im Laufe der Geschichte, vor allem in den Jahrzehnten nach dem 2. Weltkrieg, auch in Wien, wie in den meisten anderen europäischen Großstädten auch, viele Straßenbahnlinien im Irrglauben, mehr Platz für Autos schaffen zu müssen, aufgegeben. Doch wurde dieses Vorgehen in Wien nicht allzu sehr forciert, und daher besitzt Wien auch heute noch beachtliche 32 Straßenbahnlinien, welche einen enorm hohen Stellenwert im Verkehrsgeschehen darstellen.

Die lange Straßenbahntradition kann man heutzutage an Wochenenden und Feiertagen von 9 bis 16 Uhr von Mai bis Oktober im Wiener Straßenbahnmuseum am Ludwig-Koeßler-Platz im 3. Bezirk auf einer Ausstellungsfläche von 7.500 m² begutachten.

Einmal im Jahr findet außerdem der Tramwaytag statt.

Bis zum Jahr 1967 existierte noch ein Linie 360 die als Fortsetzung der Linie 60 von Mauer über Perchtoldsdorf, Brunn nach Mödling führte.

Nummerierung der Linien

Die Signalisierung der Linien erfolgte ursprünglich in Form von schwarz lackierten Blechscheiben mit einem Durchmesser von 35 Zentimetern, aus denen die Buchstaben der jeweiligen Linie ausgeschnitten waren. Diese wurden auf die mit einer Milchglasscheibe versehenen Dachsignale der Triebwagen aufgesteckt und wiesen somit bei Tag und Nacht eine gute Lesbarkeit auf.

Ab dem Jahre 1949 kamen so genannte Zweisicht-Dachsignale zur Anwendung, die auch von der Seite lesbar waren. Diese Einrichtung bewährte sich derart gut, dass sie noch bis in unsere Tage angewandt wird. Mit der Einführung der Type E2 kamen Broseband-Liniensignal-Würfel zum Einsatz. Die großen Matrixanzeigen der Niederflurtriebwagen ULF machten die Dachsignale überhaupt entbehrlich.

Fuhrpark

Der Fuhrpark der Wiener Straßenbahn umfasst aktuell (per 31. Dezember 2005) 549 Triebwagen, wovon 152 ULF sind, und 304 Beiwagen.

Bus

Aktuell sind auf den ca. 45 Tages- und den 21 Nachtbuslinien auf ca. 360 Kilometern Streckenlänge rund 500 Busse eingesetzt, welche jährlich rund 120 Millionen Fahrgäste verzeichnen.

Der Autobusbetrieb wurde in Wien am 23. März 1907 aufgenommen. Zuerst wurde mit Akkumulatorwagen und Fahrleitungsbussen experimentiert, ehe sich nach dem 1. Weltkrieg die ersten Buslinien mit Benzinbussen behaupten konnten. Vor allem in der historischen Innenstadt, wo aus Platzgründen kein Straßenbahnnetz mehr erstellt werden konnte, wurden nach und nach immer mehr Buslinien eingeführt. 1924 war der Fuhrpark dann bereits so groß, dass eine eigene Hauptwerkstätte, welche sich heute auf der Simmeringer Haide befindet, errichtet werden musste.

Der große Durchbruch bei der Wagenkonstruktion gelang 1928 mit dem Bau der legendären "Fross-Büssing"-Busse mit der Typenbezeichnung "W IV 0".

Zwischen 1936 und 1953 - unterbrochen durch den 2. Weltkrieg welcher sämtliche 130 Busse beschädigte oder zerstörte - wurden sämtliche Busse auf Dieselmotoren umgestellt.

Inzwischen baute die Industrie auch neue Busse, wobei besonders die Typen "120 OGW" von Gräf&Stift und ,,5 GF" von Saurer lange Zeit das Stadtbild Wiens prägten. Um jedoch eine moderne Buskonstruktion zu schaffen, wurden mehrere Versuchswagen von der Industrie hergestellt, woraus sich die neue Standard-Type kristallisierte: Der Großraum- Trambus mit Unterflurmotor und Automatikgetriebe. Diese Type wurde ab 1958 am jeweils aktuellen Stand der Technik gebaut und vielfach eingesetzt.

Um die Leistungsfähigkeit der Busse zu erhöhen, wurden ab 1960 die Sonderkonstruktionen der Doppeldeckerbusse (in Betrieb bis 1991) und ab 1963 die Gelenkbusse in Betrieb genommen.

Zwischen 1963 und 1977 wurden rund 300 Busse dermaßen umgebaut, um mit einem Diesel-/Flüssiggasgemisch betrieben werden zu können. Ab 1977 wurden alle neuen Busse mit speziellen Otto-Gas-Motoren ausgestattet, um von nun an mit reinem Flüssiggas betrieben werden zu können. Seit 1988 werden sämtliche Busse ganz im Sinne des Umweltschutzes auch mit Abgas-Katalysatoren ausgestattet.

Eine besondere Busart, die für die beengten Verhältnisse der Wiener Innenstadt entwickelt wurde, waren die "City-Busse". Diese kleinen Wagen waren von 1977 bis 1995 in Betrieb, ab 1992 wurden sie aber durch umweltfreundliche "Midi-Busse" ersetzt.

Fuhrpark

Citybusse
Normalbusse
Gelenkbusse

Stand: 23.September 2010

O-Bus

O-Busse (Oberleitungs-Autobusse) gab es in Wien nur von 1908 bis 1938 (Pötzleinsdorf - Salmannsdorf) und 1946 bis 1958. Sie konnten sich allerdings nie richtig durchsetzen. Eine ausführliche Beschreibung früherer und einst geplanter O-Bus-Linien in Wien findet sich hier.

Kritik und Problematik

Kritik

Kritik hagelte es zuletzt auch vom Verkehrs-Arbeitsinspektorat, welches sogar eine Verwaltungsstrafanzeige beim Magistratischen Bezirksamt für den 3. Bezirk gegen die Wiener Linien GmbH & Co KG eingebracht hat, wegen schlechter Wartung der Straßenbahnzüge. Die Kritik und Diskussion wurde vor allem aufgrund der Tatsache hervorgerufen, dass sich im Frühjahr 2008 besonders viele Unfälle mit E1-Garnituren ereignet hatten, welche auch einige Todesopfer forderten. Ein Problem scheint auch zu sein, dass keine Rückspiegel vorhanden sind.
Die Rückspiegeln werden derzeit nachgerüstet (Stand: Frühjahr 2010). Das Verwaltungsstrafverfahren gegen die Geschäftsführer der Wiener Linien GmbH & Co KG wurde vom Magistrat der Stadt Wien eingestellt, die Berufung des Verkehrs-Arbeitsinpektorates wurde vom Unabhängigen Verwaltungssenat Wien als unbegründet zurückgewiesen.

Jedes Jahr vor und bis zur Regenbogenparade werden die Straßenbahnzüge der Wiener Linien auch mit der Regenbogen-Fahne beflaggt. Auch versuchen sich die Wiener Linien bei dieser Gelegenheit als tolerant zu geben. Tatsache ist jedoch, dass ein Wiener Linien Mitarbeiter aufgrund seiner Homosexualität gemobbt wurde, erkrankte und in weiterer Folge gekündigt wurde. Das Arbeits- und Sozialgericht Wien hat die Kündigung aufgehoben. Problematisch erscheint auch, dass der Mitarbeiter auch von Personalvertretern gemobbt wurde und der Arbeitgeber nicht seiner Fürsorgepflicht nachgekommen ist. Die Wiener Linien dementieren jedoch, der Fürsorgepflicht nicht nachgekommen zu sein und sehen sich im Recht und kündigten das Rechtsmittel der Berufung gegen das Urteil des Arbeits- und Sozialgerichtes Wien an. Der Berufung wurde jedoch nicht stattgegeben.<ref>Wiener Linien verlieren Prozess gegen homosexuellen Mitarbeiter</ref> Trotz Zahlungspflicht sind sie der Entgeltzahlung nicht nachgekommen.<ref>Wiener Linien zahlen ausständiges Gehalt nicht</ref>

Ein weiterer Kritikpunkt ist die zunehmende Videoüberwachung. Die Wiener Linien haben eine Verlängerung des Probebetriebes der Videoüberwachung erreicht. Auch konnten sie die Forderung nach einer längeren Speicherdauer durchsetzen. Es werden somit nicht mehr 48 Stunden gespeichert sondern 120 Stunden, also 5 Tage. Die Videoüberwachung ist jedoch nicht so effektiv, wie die Wiener Linien gerne hätten. So übersteigen die Kosten den Nutzen bei weitem.<ref>Überwachungsproblem für Wiener Linien</ref><ref>Videoüberwachung: Erfolg im Gemeindebau</ref><ref>Ernüchternde Videoüberwachungsbilanz bei Wiener Linien</ref>

Mit dem Datenschutz nehmen es die Wiener Linien auch nicht so ernst. Im Jänner 2008 wurde von der Personalvertretung KIV berichtet, dass die Wiener Linien bei einer Beschwerde über einen Fahrer Bilder aller in Frage kommenden Bediensteten an den Beschwerdeführer übermittelt haben. Die KIV wirft dem Unternehmen regelmäßig Verstöße gegen die Gesetze vor. Weiters wurde bekannt, dass das Unternehmen eine Art „schwarze Liste“ über nicht überstundenbereite Mitarbeiter führt.<ref>Verweigerer von Überstunden in Liste erfasst</ref>

Problematik

Auszug aus Personalakt und Stellungnahme

Die Wiener Linien kämpfen, wie auch andere aus Bundes-, Landes- oder Gemeindehaushalt ausgeliederten Betriebe, mit dem Problem, dass verschiedene Arbeitnehmerrechte (Dienst- und Besoldungsrecht) parallel nebeneinander bestehen. Die Wiener Linien beschäftigen Beamte, Vertragsbedienstete und Angestellte. Die Beamten und Vertragsbediensteten sind Gemeindebedienstete und der Wiener Linien GmbH & Co KG zur Dienstleistung zugewiesen. Die Angestellten sind direkt bei der Wiener Linien GmbH & Co KG beschäftigt und keine Gemeindebediensteten. Naturgemäß haben natürlich die Beamten die meisten Rechte und Vergünstigungen, die Vertragsbediensteten immerhin noch einen Kündigungsschutz. Beide Berufsgruppen haben zumindest die bezahlten Pausen gemeinsam. Die Angestellten haben, wie auch in der Privatwirtschaft üblich, die wenigsten Rechte. Sie haben auch keine bezahlten Pausen und müssen in ihrer Freizeit, im Gegensatz zu den Beamten und Vertragsbediensteten, auch einen Fahrschein lösen. Weiters werden sie firmenintern etwas abwertend „KVler“ (für Kollektivvertragler = Kollektivvertragsangestellte) genannt.

Aufgrund der Tatsache, dass sich die Wiener Linien eine Betriebskrankenkasse leisten, wird firmenintern immer wieder davon berichtet, dass angeblich Gesundheitsdaten der Krankenkasse an das Unternehmen weitergegeben werden. Die Bedienstetenvertretung weißt jedoch darauf hin, dass dies nicht der Wahrheit entspricht. Die Angaben der Bedienstetenvertretung scheinen jedoch nicht zu stimmen, da nun auch Beweise aufgetaucht sind.<ref>Kranken-Spitzel bei Wiener Linien</ref> Auch sollen die Wiener Linien krankgeschriebene Mitarbeiter durch Detektive beobachtet haben lassen. Wer länger als 20 Tage, auch mit Unterbrechnung, pro Jahr im Krankenstand ist muss mit Abmahnung bis hin zur Kündigung rechnen (ausgenommen Beamte). Weiters müssen Krankgeschriebene mit Beobachtungem durch Detektive oder eigene Betriebskontrollore (BI) rechnen.<ref>„Stasi-Methoden“: Empörung über Privatdetektive</ref> Mitte März 2011 sorgte ein Artikel Die Presse über hohe Krankenstandszahlen für Aufregung.<ref>Wiener Linien: Rekord an Krankenständen</ref><ref>U-Bahn & Co. sind ungesund</ref> Die Wogen gingen im Presse-Forum hoch und auch der Betriebsrat sah sich zu einer eigenen Darstellung genötigt und spricht sogar von einer Hetze gegen ältere Arbeitnehmer.<ref>Wiener Linien: „Falsche Zahlen zu Krankenstand“</ref><ref>Personalvertretung der Wiener Linien: Hetze auf ältere Arbeitnehmer beenden - Kritik an Krankenstandstagen nicht gerechtfertigt</ref>

Einzelnachweise

<references/>

Weblinks


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