Wels
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Allgemeines
Der Stadtverkehr in Wels, nach Linz die zweitgrößte Stadt Oberösterreichs, wird unter der Marke Linie Wels von SAB Tours im Auftrag der Stadt Wels betrieben. Dies ist seit 1961 der Fall, d. h. es handelt sich dabei nicht um einen Privatisierungsvorgang jüngster Zeit; es gab in Wels nie städtische Verkehrsbetriebe. Vor 1961 wurde der Stadverkehr von der Firma Schiffelhuber betrieben.
Der Betrieb erfolgt von der Busgarage in der Marcusstraße aus, wo SAB Tours ihren Firmensitz hat und sich auch die gesamte Verwaltung, die Werkstätte und eine Tankstelle befinden. Weitere Betriebsgaragen, Abstellplätze oder Werkstätten im Stadtgebiet gibt es keine.
Am ehesten lässt sich das Welser Autobussystem mit jenem in Klagenfurt vergleichen, mit dem es aufgrund der ähnlichen Stadtgeographie und -größe sowie der Betriebsführung viele Gemeinsamkeiten aufweist.
Betriebszeiten
Die Betriebszeiten sind derzeit Montag bis Freitag von ca. 05:00 Uhr bis ca. 20:40 Uhr, an Samstagen bis ca. 18:40 Uhr. Samstag Nachmittag zeigt sich der Fahrplan schon ausgedünnt, und an Sonn- und Feiertagen gibt es überhaupt keinen Autobusbetrieb, wobei die Einführung (und Finanzierung) eines Sonn- und Feiertagsverkehres in den vergangen Jahren wiederholt Stoff für Diskussionen in der Stadtpolitik war. Ebenso gibt es auch keinen Nachtbusverkehr. Ab der nächsten Fahrplanumstellung mit Schuljahr 2010/11 soll der Betrieb in den Abendstunden um zwei Stunden bis kurz vor 23 Uhr ausgeweitet werden. Auch ein Betrieb an Sonn- und Feiertagen wurde im Sommer 2010 erneut verstärkt thematisiert.
Außerhalb der Betriebszeiten steht den Fahrgästen das West (Welser Anrufsammeltaxi) zur Verfügung. Dieses funktioniert nach dem auch in anderen Städten weit verbreiteten Sammeltaxisystem. Unter der Telefonnummer (0 72 42) 20 69 69 kann ein Sammeltaxi bis spätestens eine halbe Stunde vor dem gewünschten Fahrtantritt zu einer Haltestelle bestellt werden. Sammeltaxihaltestellen befinden sich in der Regel bei den Autobushaltestellen, jedoch zusätzlich auch an Orten, die normalerweise nicht unmittelbar von Stadtbussen angefahren werden, beispielsweise in der Garnisonstraße vor der Hessenkaserne oder in Ortsteilen der Gemeinde Thalheim abseits der Linie 15. Die Sammeltaxis können an Montag bis Freitag in der Zeit von 20:15 bis 01:45, in der Nacht von Freitag auf Samstag und von Samstag auf Sonntag bzw. vor einem Feiertag von 18:15 bis 04:45 und an Sonn- und Feiertagen in der Zeit von 06:45 bis 01:45 in Anspruch genommen werden. Nach diesen Zeiten stehen nur mehr die gewerblichen Taxis zur Verfügung.
Tarife und Fahrscheinsystem
Der Welser Stadtverkehr ist in das System des Oberösterreichischen Verkehrsverbundes (OÖVV) eingebunden; das gesamte Stadtgebiet einschließlich jener Teile der Gemeinde Thalheim bei Wels, die von der Linie 15 erschlossen werden, bilden die „Kernzone Wels” des OÖVV. Dementsprechend gelten grundsätzlich die Tarife des OÖVV. Alte Haustarife sind lediglich die Kurzstreckenkarte, die nur für eine Fahrt auf einer Linie von außerhalb bis zum Umsteigenknoten Kaiser-Josef-Platz bzw. umgekehrt gilt sowie die Samstagstagesnetzkarte, die an Samstagen einen günstigeren Fahrpreis bietet.
OÖVV-Tarife:
| Vollpreis | Ermäßigt | Gültigkeit | |
|---|---|---|---|
| Einzelfahrschein | 1,60 | 0,80 | gilt für eine Fahrt innerhalb der Kernzone Wels mit Umsteigen |
| Tagesnetzkarte | 3,20 | 1,60 | gilt für beliebig viele Fahrten innerhalb der Kernzone Wels an einem Betriebstag |
Sondertarife in Wels:
| Vollpreis | Gültigkeit | |
|---|---|---|
| Kurzstrecke | 1,50 | gilt für eine Fahrt von außen zum Umsteigeknoten Kaiser-Josef-Platz oder umgekehrt, Umsteigen nicht gestattet |
| Samstag - Tagesnetzkarte | 1,60 | gilt für beliebig viele Fahrten innerhalb der Kernzone Wels an einem Samstag |
Diese Fahrscheine sind bei den Automaten in den Fahrzeugen oder am Kaiser-Josef-Platz erhältlich und berechtigen jeweils zur Mitnahme je eines Gepäckstücks oder eines Haustieres. Für die Beförderung weiterer Gepäcksstücke oder Tiere ist ein ermäßigter Einzelfahrschein um € 0,80 zu lösen.
Berechtigt zur Inanspruchnahme der ermäßigten Tarife sind Kinder bis 15 Jahre, Schüler, Lehrlinge, Studierende bis 26 Jahre sowie Präsenz- bzw. Zivildiener.
Chipkarten
Im September 2001 wurde in Wels zusätzlich zu den Papierfahrscheinen vom Automaten ein elektronisches, chipkartenbasiertes Fahrscheinsystem eingeführt. Gegen eine Kaution von 3 Euro kann beim Fahrpersonal oder im Informationsbüro am Kaiser-Josef-Platz eine Chipkarte bezogen werden, auf welche an den genannten Stellen entweder 10, 20 oder 50 Euro Fahrgeld aufgeladen werden können. Beim Einsteigen in die Fahrzeuge muss die Chipkarte jeweils an einem der Lesegeräte (elektronische Entwerter) vorbeigezogen werden, wobei jeweils ein gewisser Betrag abgebucht wird:
- erstmaliges Einsteigen an einem Kalendertag: 1,40 Euro (berechtigt auch zum Umsteigen innerhalb von 40 Minuten)
- jede weitere Fahrt innerhalb von 3 Stunden: 0,75 Euro
- bei weiteren Fahrten an einem Kalendertag wird insgesamt nie mehr abgebucht als 3,20 Euro (= Tagesnetzkarte), an Samstagen nur 1,45 Euro (Samstagtagesnetzkarte)
- weiters wird innerhalb einer Kalenderwoche nie mehr als 9,90 Euro (= Wochennetzkarte), innerhalb von 30 Tagen nie mehr als 35,60 Euro (= Monatsnetzkarte) abgebucht.
Weiters werden nicht übertragbare Chipkarten für Senioren und Zivilinvalide angeboten, die mit Name und Lichtbild versehen werden und von denen ermäßigte Fahrpreise abgebucht werden.
Linien
Derzeit bestehen 10 Linien, wobei jeder Linie ein Ziffernsignal und eine Leitfarbe zugeteilt sind. Die Leitfarben werden in den schematischen Liniennetzplänen sowie bei der Beschilderung an den Haltestellen verwendet.
Es werden drei Linienkategorien unterschieden:
Hauptlinien („Zentrumslinien”)
- Linie 1 (Leitfarbe rot): Neustadt - Kaiser Josef Platz - Lichtenegg
- Linie 2 (Leitfarbe blau): Vogelweide - Kaiser Josef Platz - Industriegebiet
- Linie 3 (Leitfarbe dunkelgrün): Gartenstadt - Kaiser Josef Platz - Pernau
- Linie 4: (Leitfarbe gelb): Salzburger Straße - Kaiser Josef Platz - Laahen
Diese Linien verkehren im 15-Minuten-Takt (Samstag Nachmittag im 30-Minuten-Takt) und erschließen die bevölkerungsreichsten Gebiete der Stadt. Sofern es die baulichen Verhältnisse entlang der Strecken zulassen, kommen auf diesen Linien häufig auch Gelenksbusse zum Einsatz.
Ganzjährig betriebene Außenlinien („Stadtlinien”)
- Linie 14: (Leitfarbe violett): Stadlhof - Hauptbahnhof (Grünbachplatz) - ÖBB-Terminal
- Linie 15: (Leitfarbe) Thalheim - Kaiser Josef Platz - Busbahnhof
- Linie 16: (Leitfarbe rosarot): Busbahnhof - Kaiser Josef Platz - Welldorado
Diese Linien erschließen einerseits eher ländlich geprägte Aussenbezirke der Stadt (Linie 14), andererseits die Nachbargemeinde Thalheim bei Wels (Linie 15).
Die Linie 16 verbindet das Freizeitzentrum Welldorado (Schwimmbäder, Sauna, Kunsteislaufbahn) mit der Innenstadt und dem Hauptbahnhof.
Diese drei Linien bieten (noch) keinen regelmäßigen Taktverkehr, jedoch ist mit bis zu 16 täglichen Kursen (Linie 14) eine in der Regel zufrieden stellende Versorgung der dünner besiedelten Stadtteile gewährleistet. An Samstagen verkehren diese Linien nur bis ca. 14:00 Uhr.
Nur an Schultagen betriebene Außenlinien („Randlinien”)
- Linie 6: (Leitfarbe hellgrün): Oberthan Rundlinie
- Linie 8: (Leitfarbe orange): Maxlhaid Rundlinie
- Linie 9: (Leitfarbe türkis): Mitterlaab Rundlinie
- Linie 11 Mauth: (Leitfarbe grau): Mauth Rundlinie
Diese Linien dienen in erster Linie dem Schülerverkehr und werden dementsprechend nur an Schultagen (d. h. nur Montag bis Freitag, nicht während der Ferien) geführt.
Sie weisen oft etwas kompliziertere Linienführungen auf, mit denen die jeweiligen Schulsprengel so erschlossen werden, dass für die Schülerinnen und Schüler eine sichere Beförderung zur/von der Schule ohne lange Fußwege und weitestgehend auch umsteigefrei ermöglicht wird. Gerade in den stark zersiedelten und noch sehr ländlich geprägten Gegenden am Stadtrand ergeben sich durch diese Vorgehen oftmals Stich- oder Schleifenfahrten.
Die Fahrpläne dieser Linien sind zwar besonders an die Unterrichtszeiten in den Schulen abgestimmt, allerdings gibt es noch einige weitere über den Tag verteilte Fahrten, und stehen auch jedermann zu den üblichen Tarifbestimmungen mit den regulären Fahrscheinen zur Verfügung, d. h. ein gültiger Schüler- bzw. Lehrlingsfreifahrtausweis ist nicht zwingend notwendig.
An bestimmten Haltestellen sind Umsteigeverbindungen zu den Hauptlinien gewährleistet.
Ehemalige Linien
- Linie 5: Kaiser-Josef-Platz - Billrothstraße
- Linie 7: Kaiser-Josef-Platz - Negrellistraße 75 - Billingerstraße
- Linie 10: Kaiser-Josef-Platz - Zellerstraße
- Linie 13: Busbahnhof - Kaiser-Josef-Platz - Parkplatz Maximarkt
- Linie 22: Busbahnhof - Volksgartenstraße/Pollheimer Straße (nur während der Welser Messe)
- Linie 25: Volksgartenstraße/Messehaupteingang - Negrellistraße (nur während der Welser Messe)
Zusätzliche Verkehrsangebote
Verstärker im Schülerverkehr
Neben den genannten Linien werden an Schultagen Einlagewagen (in Wels Verstärker genannt) geführt, mit denen zusätzliche Direktverbindungen von dicht besiedelten Wohngebieten zu den größeren Schulen, vor allem zum Schulzentrum im Stadtteil Neustadt mit den Bundesgymnasien und Bundesrealgymnasien Wallerer Straße und Anton-Bruckner-Straße sowie zu einigen Hauptschulen ermöglicht werden.
Die Fahrpläne dieser Linien scheinen im Fahrplanheft sowie auf der Internetseite der Linie Wels nicht auf, sind jedoch in der Onlinefahrplanabfrage des Oberösterreichischen Verkehrsverbundes als Linien 31, 33, 34 und 38 enthalten.
Anders als die oben beschriebenen Linien 6, 8 und 9 können diese Busse nur mit gültigem Schüler- bzw. Lehrlingsfreifahrtausweis verwendet werden und sind so für andere Personenkreise nicht verwendbar.
Allerheiligenverkehr
Fällt der 1. November (Allerheiligen) nicht auf einen Sonntag, wird ein Friedhofszubringerverkehr betrieben. Dabei werden die Linie 1, 2, 3 und 4 im 30-Minuten-Takt geführt und am Kaiser-Josef-Platz steht im Anschluß ein Pendelbus zum Stadtfriedhof (im Prinzip eine Kurzführung der Linie 14) zur Verfügung. Bis ? gab es die Friedhofslinie (Linie 21) auch am 2. November (Allerseelen).
Aufbau des Liniensystems
Das gesamte Liniennetz ist sternförmig vom/zum Zentrum ausgelegt. Tangentiallinien, welche benachbarte Stadtteile ohne Berührung der Innenstadt verbinden, bestehen nicht, lediglich die Linie 4 wirkt im Streckenabschnitt entlang der Römerstraße wie eine Tangentiallinie, da hier die Stadtteile Neustadt und Vogelweide verbunden werden.
Zentraler Umsteigeknoten ist der Kaiser Josef Platz (in der Umgangssprache kurz KJ genannt), der von fast allen Linien angefahren wird. Die Fahrpläne der einzelnen Linien sind so aufeinander abgestimmt, dass am Kaiser-Josef-Platz sichere Umsteigeverbindungen zu allen anderen Linien in alle Richtungen gewährleistet sind. Der Kaiser-Josef-Platz ist praktisch das Zentrum der Betriebsabwicklung, hier befinden sich auch ein Informationsbüro für den Stadtbusverkehr, ein ortsfester Fahrscheinautomat sowie ein Reisezentrum/Reisebüro der Firma SAB Tours.
Die Hauptlinien 1, 2, 3 und 4 fahren im Viertelstudentakt jeweils in beide Fahrtrichtungen zu den Minuten 10, 25, 40 und 55 ab.
Hinsichtlich der Randlinien gilt, dass die Linie 14 am Kaiser-Josef-Platz beginnt bzw. endet (Rundlinie); die Linie 15 fährt aufgrund der Einbahnregelung in der Innenstadt nur stadtauswärts (Richtung Thalheim) über den Kaiser-Josef-Platz (ausgenommen ein Kurs im Frühverkehr um 07:25 Uhr); die Linie 16 befährt den Kaiser-Josef-Platz in beide Richtungen.
Die Linien 6, 8 und 9 verkehren als Rundlinien nur weiter außerhalb der Stadt und kommen nicht zum Kaiser-Josef-Platz, wie oben bereits erwähnt bestehen hier jedoch gesichterte Umsteigeverbindungen zu Hauptlinien an Haltestellen außerhalb der Innenstadt.
Linienbezeichnungen
Eine Besonderheit in Wels stellt die Tatsache dar, dass die Linien nicht nach ihren Endhaltestellen, sondern nach ihren Versorgungsgebiet bezeichnet werden.
So fährt beispielsweise in Linz die Linie 1 Auwiesen auch tatsächlich zur Endhaltestelle mit dem Namen Auwiesen.
In Wels hingegen wird etwa der nordwestliche Teil der Linie 2 als 2 Vogelweide bezeichnet, da damit eben der Stadtteil Vogelweide erschlossen wird, während die entsprechende Endhaltestelle eigentlich Billrothstraße/Flemingstraße heißt.
Ursprünglich änderte sich bei den durchgebundenen Linien am Umsteigeknoten Kaiser-Josef-Platz die Linienbezeichnung entsprechend dem Versorgungsgebiet; im obigen Beispiel eben zunächst 2 Vogelweide, ab Kaiser-Josef-Platz dann 2 Industriegebiet, da die Busse in das Industriegebiet im Südosten der Stadt weiterfahren. Dies wird mittlerweile nicht mehr praktiziert, inzwischen wird das jeweilige Ziel in die jeweilige Fahrtrichtung ständig angezeigt (z. B. Industriegebiet - Kaiser-Josef-Platz - Vogelweide immer "Vogelweide" und umgekehrt).
Fuhrpark
Der Fuhrpark der Linie Wels besteht durchwegs aus modernen und gut gepflegten Niederflurfahrzeugen von Mercedes-Benz mit sehr niedrigem Durchschnittsalter:
SAB Tours Wels war das erste Busunternehmen Österreichs, das den Mercedes Citaro in allen drei Längenvarianten
- 12 m (Citaro)
- 15 m (dreiachsiger Citaro L)
- 18 m (Gelenksbus Citaro G)
einsetzt.
Daneben kommen auf einigen Linien (z. B. 14, 15) noch Niederflurfahrzeuge vom Typ Mercedes-Benz O 405 N II, sowie Neoplan N 4014 NF zum Einsatz, die etwas älter sind. Die meisten Fahrzeuge der Linie Wels weisen Vollwerbung, auch inklusive Fensterbeklebung, auf. Die Grundlackierung ist jedoch weiß mit einem blauen Absetzstreifen, sowie der Schriftzug "Linie Wels". Manche Fahrzeuge tragen inzwischen die "Lackierung" des oberösterreichischen Verkehrsverbundes.
Die Welser Busse tragen Kennzeichen der Serie WE-1xxH (z. B. WE-127H). Lediglich die zuletzt in Betrieb genommen Fahrzeuge (z.B. der neueste Mercedes Citaro Gelenkbus) haben andere Buchstabenkombinationen. Die Busse haben keine internen Betriebsnummern und sind daher nur durch die Zulassung zu unterscheiden.
Die Fahrzeuge sind mit automatischen Haltestellenansagen oder zumindest mit einer Digitalanzeige, die den Namen der jeweils nächsten Haltestelle anzeigt, ausgestattet. Darüber hinaus sorgen Klimaanlagen während der Sommermonate für angenehme Temperaturen in den Fahrzeugen; die Ausstattung des Fahrgastraumes ist in den Firmenfarben von SAB Tours gehalten, blaue Haltestangen sowie dunkelblaue Sitzbezüge mit orangem Muster.
Die allerersten Niederflurfahrzeuge, die in Wels eingeführt wurden, stammten von den Herstellern Neoplan ( N 4014 NF) und Mercedes (O 405 N). Die Neoplan gibt es noch vereinzelt im Fahrzeugbestand. Sie waren allerdings nur mit einer Klimaanlage für den Fahrer ausgestattet. Als Besonderheit wiesen sowohl die Neoplan als auch die Mercedes drei Türen auf.
Auch ein viertüriger N 4021 NF Niederflurgelenkbus (WE-112H) war einmal im Welser Fuhrpark vorhanden, er wurde allerdings schon vor einigen Jahren ausgemustert und wurde danach für kurze Zeit vom Postbus für den Stadtlinienverkehr in Graz angemietet.
Schon vor der Indienststellung der ersten Niederflurbusse war der Welser Fuhrpark ziemlich außergewöhnlich. So gab es u.a. von Setra sowohl S 215 SL Stadtbusse, als auch die seltene Gelenkbusversion SG 219 SL. Einer dieser Gelenkbusse befindet sich noch heute im Wagenstand und wird vornehmlich als Schülerverstärker verwendet. Die S 215 SL wurden zum Großteil in den letzten Jahren ausgemustert und findet man nun relativ häufig noch als Skibusse, vorallem in Tirol, im Einsatz.
Daneben gab es auch noch lange Zeit von Mercedes einige O 305 und auch O 305 G Gelenkbusse. Sie waren zum Teil orange lackiert, die damlige Farbe der Welser Stadtbusse. Viele dieser Fahrzeuge trugen jedoch auch Totalwerbungen.
Die Firma Sab-Tours, als Betreiber des Welser Linienverkehrs, leistet einen wesentlichen Beitrag zum Klimaschutz. Bis Herbst 2007 werden die Busse mit Partikelfiltern nachgerüstet. Dadurch können beim bestehenden Fuhrpark die Emissionen von Kohlenmonoxid, Kohlenwasserstoff und Feinstaub (Ruß) um 75 % – 90 % reduziert werden. Darüber hinaus werden alle Busse technisch so umgerüstet, dass sie mit Biodiesel betrieben werden können. Zum umweltfreundlichen Betrieb mit Partikelfilter kommt also noch die Verwendung eines Treibstoffes, der aus nachwachsenden Rohstoffen gewonnen wird. Die Abhängigkeit von fossilen Energieträgern gehört daher bei der Linie Wels bald der Vergangenheit an. Für den Klimaschutz investiert die Firma Sab-Tours ca. EUR 350.000.
Kritik und Ausblick
Im Jahr 2006 wurden mittlerweile mehr als 5 Millionen Fahrgäste befördert. Insgesamt gesehen ist in Wels jedoch die Bereitschaft der Bevölkerung, auf öffentliche Verkehrsmittel umzusteigen, noch sehr gering. Der Stadtbusverkehr hat immer noch das eher negative Image von Schüler- und Pensionistentransport; soweit irgendwie möglich wird in Wels ein eigenes Fahrzeug, und sei nur ein Moped oder (zumindest umweltfreundlich) ein Fahrrad, verwendet. Auch im innerstädtischen Bereich ist die Motorisierungsrate nach wie vor sehr hoch.
Vielfach besteht gar kein Interesse, sich mit den Fahrplänen und Linienverläufen auseinanderzusetzen; viele Menschen wissen gar nicht, wo sich die nächste Haltestelle vom Wohn- oder Arbeitsort befindet und welche Linie von dort wann wohin fährt.
Auch der verhältnismäßig hohe Zeitbedarf wird oft bemängelt. Der Grund hierfür liegt insebsondere am zentralisierten Liniennetz ohne Tagentiallinien, wodurch für Fahrten von einem Stadtteil in einen anderen immer der Umweg über den Kaiser-Josef-Platz notwendig wird. Ausserdem verfolgt das Liniennetz das Ziel, möglichst große Gebiete mit nur einer Linie (und möglichst wenig Fahrzeugen und Personal) abzudecken, wodurch fast jede Linie lange Schleifenfahrten aufweist oder überhaupt als große Rundlinie geführt wird. Negative Erinnerungen an die Vergangenheit, wo ortsunkundiges Fahrpersonal, schlecht gewartete Fahrzeuge, schlechte Betriebsplanung und mangelhafte Rechts- und Unfallabwicklung an der Tagesordnung standen, sind bis heute in vielen Köpfen verankert. Als Privatunternehmen besteht bei SAB Tours jedoch nicht die Möglichkeit, sich so umfangreich wie viele städtische Verkerhsbetriebe in anderen Städten zu organisieren, wo gesonderte Abteilungen für Buchhaltung, Personal, Verkehrsplanung, Beschaffung, rechtliche Angelegenheiten usw. bestehen, sondern muss mit einer einfacheren Betriebsführung das Auslangen finden.
Auch wenn sich der Stadtverkehr in Wels nun doch in einem annehmbaren Zustand befindet, sind dennoch viele Verbesserungen notwendig, wie weitere Intervallverdichtungen, Entflechtung des Liniennetzes, Ausweitung der Betriebszeiten und umfangreichere Betriebsorganisation.
Allerdings muss in Wels noch eine entsprechende Mentalität zur Benützung der öffentlichen Verkehrsmittel geschaffen werden. Die weitere Entwicklung hinsichtlich hoher Treibstoffpreise und der Klimaproblematik wird vielleicht zu einem Umdenken anregen.
Weblinks
Informationen über Mercedes-Benz Citaro
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