Type Gräf & Stift DD U10 H(Wien)

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Geschichte

Schon 1958 überlegten die Wiener Verkehrsbetriebe, Doppeldecker zu beschaffen. Dies war offensichtlich auch bei Gräf & Stift bekannt, daher erwarb diese Firma eine entsprechende Lizenz, um eine zweiachsige Variante dieses Typs für die WVB bauen zu können. Im Anschluss an die Wiener Frühjahrsmesse wurden im März 1958 mit einem Wagen aus Mönchengladbach Probefahrten auf verschiedenen Strecken in Wien durchgeführt. Allerdings wäre ein Nachbau dieser Wagen nicht zielführend gewesen wäre, da der für Wien höchst zulässige Achsdruck von 8 t überschritten wurde. Die Auflage für einen Einsatz von Bussen mit höherem Achsdruck wäre gewesen, dass die WVB alle befahrenen Straßen auf eigene Kosten mit einer verstärkten Fahrbahndecke versehen hätten – ein absurder Gedanke.

Daher wurde von Gräf & Stift eine dreiachsige Type mit entsprechendem Achsdruck entwickelt, ein erster Probewagen der Type DD U10 H (W74.800, Betriebsnummer ab 1974 8200) wurde im Februar 1960 fertig gestellt. Das Manko dieses Wagens wiederum war, dass mit einer Wagenhöhe von 4,105 m viele Unterführungen in Wien unpassierbar waren. Am 29. Februar 1960 wurde das Fahrzeug den Vertretern der Presse vorgestellt und vom 21. April bis 31. Juli 1960 auf der Linie 4 (PratersternWestbahnhof) eingesetzt. Danach war der Wagen ebenso wie die noch 1960 gelieferten 8201-8206 in der Betriebsgarage Vorgarten abgestellt. Hatte der Prototyp noch eine einfache Ausstiegstüre im Vorderteil des Wagens, so wurde diese 1961 an die Serienlieferung (Doppeltüre in der Wagenmitte) angepasst. 1961 wurden weitere 23 Wagen (8207-8229) geliefert und die Wagen ab 2. Juli auf der für viele Jahre als klassische Strecke für Doppeldecker dienenden Linie 13 eingesetzt. 1962 erhielten die Wagen über dem Zielschildkasten ein eigenes Kästchen für die Liniennummernangabe. 1963 wurden 8230-8238 geliefert, 1964 die ebenfalls bereits im Dezember des Vorjahres gelieferten 8239-8243 angemeldet. Die Wagen 8220-8229 wurden wegen einer anderen Motortype als DD 2FU bezeichnet, der 1966 mit einem stärkeren Motor ausgestattete 8243 bekam die neue Typenbezeichnung DD U11 H.

Nach einer Pause wurden 1966 weitere Wagen mit der neuen Typenbezeichnung DD U11 H/1 geliefert: 8244-8255. In diesem Jahr wurde auch das Einsatzgebiet der Doppeldecker ausgeweitet, sie fuhren nun auch auf den Linien 39A und 61. 1967 erschienen 8256-8266, 1968 die letzten beiden Wagen 8267 und 8268. Ab 31. Juli 1971 wurden die Wagen statt auf der Linie 61 auf der Linie 12 eingesetzt. 1972 kamen als neue Linien 35A (entstanden aus den Linien 12 und 39A) sowie 66A (Ast zum Blumenmarkt) hinzu. 1973 wurde ab August begonnen, die Wagen mit den neuen Betriebsnummern zu versehen und ab 22. Oktober kam es zum Einsatz einzelner Wagen auf einer neuen Strecke, bis zu 3 Wagen standen nun auf der Linie 48 im Einsatz.

1974 wurde erstmals ein Wagen kassiert, ebenso wurde der erste Wagen mit einer Ganzreklame ausgerüstet. 1976 wurde der erste Wagen einer neuen Generation von Doppeldeckern geliefert (8269, Type DDH 200/43/16), gleichzeitig aber 16 Wagen des alten Typs ausgeschieden. Zum Einsatz kamen die Wagen nun auch auf der Linie 15A. 1977 wurden 5 Wagen kassiert, 1978 wiederum 13 Stück. 1979 begann sich das Ende abzuzeichnen, als 19 Wagen aus dem Betriebsstand ausschieden und der Einsatz auf HVZ-Einlagen der Linien 61A und 66A beschränkt war. 1980 war es dann soweit, die restlichen 15 Wagen der ersten Generation von Doppeldeckern verschwanden aus Wiens Straßen.

Technische Daten

Weblink

Wiener Linienbusse


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