Type Gräf & Stift GS NL 202 M11

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Inhaltsverzeichnis

Allgemeines

Die ersten MAN Niederflurbusse hatte die (interne) Typenbezeichnung A10, die jedoch kaum bekannt ist. Der Einfachheit halber werden hier sämtliche Ausführungen und Motorisierungen dieser Baureihe in einem Artikel zusammengefaßt, da sich die Fahrzeuge äußerlich kaum voneinander unterscheiden. Außerdem wird hier nicht zwischen MAN und Gräf & Stift unterschieden.

Beim "NL 202" handelt es sich um den ersten österreichischer Niederflurbus, der von der Firma Gräf & Stift als absolut identischer Lizenzbau der deutschen Konzernmutter MAN (MAN NL 202) um 1990 erstmals vorgestellt wurde. Obwohl man den Bus bis etwa 1995 zur Gänze im Werk Wien-Liesing baute, wurde das Fahrzeug komplett in Deutschland entwickelt bzw. kamen die meisten Teile, auch der Motor, von dort. Um ihn dennoch von seinen deutschen Brüdern unterscheiden zu können, erhielt er auch die eigene Gräf&Stift Typenbezeichnung GS NL 202 M11. Dennoch gab es einige Unternehmen, vornehmlich Dr. Richard, die ausschließlich MAN NL 202 beschafften, diese jedoch immer als Gräf&Stift beschriften ließ. Man konnte dies nur an der Fahrgestellnummer erkennen, österreichische Busse haben zuerst die Kürzel "VAO", während echte MAN durch die Buchstaben "WMA" gekennzeichnet sind.

Fahrzeugtypen

  • 1. Generation:
    • NL 202
  • 2. Generation: (podestfrei zwischen Tür 1 und Tür 2)
    • NL 222
    • NL 262

Geschichte

Die allerersten Niederflurbusse in Österreich wurden eigentlich noch von MAN gebaut. Sie waren sogar dreitürig (mit Stufen beim dritten Einstieg) und wurden im Sommer 1990 als Prototypen bzw. Testbusse an die Grazer Verkehrsbetriebe (Bus Nr. 111/30/10), die Salzburger Verkehrsbetriebe (Bus Nr. 15) , sowie an die Linzer Verkehrsbetriebe (Bus Nr. 74) und Innsbrucker Verkehrsbetriebe (Bus Nr. 920) geliefert. Lediglich der Linzer Prototyp wurde nach ca. 1 Jahr nach Klagenfurt abgegeben bzw. danach an Gräf&Stift wieder zurückgegeben. Um 1997 herum tauchte der Bus, umlackiert in den Wiener Farben weiß-rot-grau bei der Firma Schneiderbus auf, wo er das Kennzeichen W-1170 LO erhielt und für ein paar Jahre auf den Linien 42B und 43B im Einsatz stand. Die anderen Niederflur Prototypen stehen auch heute noch im Einsatz bei ihren Erstbesitzern.

Mit der Beschaffung von 20 NL 202 Ende 1990 durch die Fa. Dr. Richard, wurden erstmalig Serienfahrzeuge der neuen Niederflurbusse von einem österreichischen Stadtverkehrsbetrieb gekauft und eingesetzt. Dabei handelte es sich um die Wagen R 1405-1413, 1419-1423, 1428-1433, die jedoch "echte" MAN sind. Der Bus R 1405 wurde nach seiner Ausmusterung im Jahre 2004 an das Österreichische Omnibusmuseum übergeben, wo er als 1. österreichischer Niederflurbus museal erhalten wird.

Während die Prototypen für die österreichischen Landeshauptstädte drei Türen aufweisen, haben die Serienwagen von Dr. Richard nur zwei. Den erstmaligen Einsatz von Niederflurbussen in Linienbetrieb gab es am 17. Jänner 1991 auf den Linien 79A und 80A, ab 6. April 1991 (Eröffnung Linie U3) auf neuen Linien 77A und 78A. Erstmalig wurden von [Dr. Richard]] Stadtlinienbusse mit Automatikgetriebe beschafft, auch die Verwendung von elektronischen Fahrzielanzeigen (Punktmatrix) war eine Novität im Wiener Linienverkehr, auch wenn bereits zwei Busse von Dr. Richard (SL 202 Nr. R 1400 und R 1401) probeweise mit einer Matrixanzeige ausgetattet wurden.

Nicht nur die stufenlosen Einstiege und die bequemen gepolsterten Sitze mit Rückenlehne brachten für die Fahrgäste eine wesentliche Verbesserung, auch der neue Turbodieselmotor D 826 LU war im Vergleich zu den bisherigen Motor deutlich umweltfreundlicher. Er ist auch der einzige Teil dieses Niederflurbusses, der in Deutschland gefertigt wurde, der restliche Bus stammt zur Gänze aus Österreich.

Der NL 202 entwickelte sich im Laufe der Jahre zum "österreichischen Niederflurbus" und wurde in beträchlichen Stückzahlen von den vielen österreichischen Betrieben gekauft.

Betriebe

Dr. Richard

Hauptabnehmer war vorallem Dr. Richard mit ca. 150 Fahrzeugen, wobei sämtliche Busse aus deutscher Produktion stammten, jedoch als "Gräf & Stift" beschriftet wurden. Mit dem Bus R 1391 wurden im Jahre 1994 der hundertste Niederflurbus in Betrieb genommen.

Bundesbus / Postbus / Bahnbus

Auch vom Postbus und ehemaligen Bahnbus bzw. Bundesbus wurden zahlreiche NL 202 in den verschiedensten Ausführungen und Lackierungen beschafft.

Wiener Lokalbahnen

Zwei MAN NL 262 der Wiener Lokalbahnen beim Bahnhof in Baden bei Wien

Die WLB erhielten bereits im September 1991 die ersten beiden Niederflurbusse (Nr. 81 und 82), die am 30. September 1991 nach einer kleinen Feier zum ersten Mal (geschmückt) auf der Linie 60A eingesetzt wurden. Dabei handelte es sich um die "ersten Niederflurbusse im Wiener Bereich", obwohl Dr. Richard schon ein paar Monate zuvor die ersten Fahrzeuge in Betrieb nahm. Im Oktober 1991 folgte ein dritter Bus, Nr. 83. Ein Jahr später wurden im September drei weitere Niederflurbusse (Nr. 84-86) beschafft, wobei Bus Nr. 86 als erstes WLB Fahrzeug mit einer Matrixzielanzeige ausgestattet war. Im August 1993 wurden fünf NL 202 (Nr. 87-91) in Dienst gestellt, diese waren bereits im vorderen Bereich podestlos und hatten den "Knick" in der Fensterlinie. Zwei Jahre später, am 4. Juli 1995 folgten noch drei weitere Wagen, Nr. 92-94. Dies waren zugleich die letzten NL 202 aus österreichischer Produktion, sowie die letzten Busse mit Rollbandanzeuge, denn die am 26. September 1996 (Nr. 95-97) bzw. 26. September 1997 in Betrieb genommenen Wagen (Nr. 98-99) waren schon "echte" MAN (NL 262) aus deutscher Fertigung, auch wenn sie als Gräf & Stift gekennzeichnet waren. Sie sind außerdem mit einer Matrixanzeige ausgestattet.

Die WLB beschaffte demnach 14 NL 202 und 5 NL 262.

Blaguss

Bei der Fa. Blaguss haben sich die NL 202 im Gegensatz zu den Mercedes Niederflurbussen allerdings nicht bewährt, es wurden nur 10 Stück in zwei Serien (Nr. 7001-7004, Bj. 1992 und Nr. 7005-7010, Bj. 1993) beschafft, wobei die ersten Busse bereits nach knappen 6 Jahren (als erste Niederflurbusse überhaupt) wieder ausgemustert wurden.

Grazer Verkehrsbetriebe

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Innsbrucker Verkehrsbetriebe

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Schneiderbus

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MAN NL 222 der Stadtwerke Steyr am Stadtplatz

Stadtwerke Leoben

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Stadtwerke Steyr

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Technische Daten

  • Länge: 11.675 mm
  • Breite: 2.500 mm
  • Höhe: 2.872 mm
  • Sitzplätze: maximal 37
  • Stehplätze: 51
  • Spurkreis: 18.150 mm
  • Wendekreis: 22.000 mm
  • Radstand: 5.875 mm
  • vorderer Überhang: 2.600 mm
  • hinterer Überhang: 3.200 mm
  • Fußbodenhöhe: 340 / 370 / 610 mm (1. Türe / 2. Türe / Heckbereich)
  • max. zulässiges Gesamtgewicht: 17.600 kg
  • Motor: Wassergekühlter Heck-Unterflur 4 Takt 6 Zylinder Dieselmotor mit Direkteinspritzung und Ladeluftkühlung vom Typ MAN D 0826 LUH
  • Leistung: 157 KW (213 PS)
  • Höchstgeschwindigkeit: 70 km/h
  • Kraftstoffbehälter für 290 l Diesel
  • Getriebe: Automatik, wahlweise von Voith oder ZF

Besonderheiten

Meine Werkzeuge