Type F (Wien, 1963-1996)

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Inhaltsverzeichnis

Allgemeines

Wagennummern

701-750

Baujahre

  • 701-725 (Baujahr: 1963)
  • 726-750 (Baujahr: 1964)

Lieferfirma

Geschichte

Triebwagen Nr. 746 im Besitz des Wiener Tramwaymuseums
Innenansicht des F 708 auf der Linie 62 in der Endstelle Lainz (24.5.1996)
723+1799 als Linie 132 auf dem Gaußplatz gefolgt von einem Zug der Linie 331, bestehend ebenfalls aus den Typen F+l3. (Foto: Carl Holzinger, 17. 7. 1971)

Als sich 1961 der Personalmangel abzuzeichnen begann und wohl auch aus Überlegungen der Kosteneinsparung wurde beschlossen, die letzten fünfzig der in Ablieferung befindlichen Triebwagen der Type L4 501-660 nicht als Zweiachser, sondern durch Hinzufügen eines mittels Gelenk aufgesattelten Nachlaufers als Vierachser zu bauen. Die Umkonstruktion nahm jedoch einige Zeit in Anspruch, sodass bereits fertiggestellte Bugwagen aus der laufenden Serie der L4 ab Wagennummer 611, denen die Heckplattform schon abgeschnitten worden war, in verschiedenen Bahnhöfen der WVB abgestellt wurden.

Als dann 1963 der erste F erschien, sah man wohl eines der seltsamsten Fahrzeuge der WVB, vorne Zweiachser, hinten Drehgestellwagen. Der Bugwagen entsprach voll und ganz dem L4 mit seiner breiten Front, während das nach dem Gelenk angefügte Heckteil in etwa dem eines Triebwagens der Type E mit seinem verjüngten Heck entsprach. Unterschiedlich war die Fensterteilung, die die schmalen Fenster des Vorderteils aufwies, und die Kastenbreite, die sich ebenfalls am Bugwagen orientierte.

Die elektrische Ausrüstung wurde komplett von der Type L4 übernommen. Als einzige Modernisierungen erhielt die Type F eine Gebläseheizung der Front- und der beiden gebogenen Seitenscheiben anstelle der sonst üblichen im Winter montierten Heizscheiben und eine Führung der Bügelleine analog zur Type E mit angehängtem Gewicht in einer Stange. Geliefert wurden die Wagen teils mit Voll- und teils mit Halbscherenstromabnehmer. Vor ihrer Inbetriebnahme im Linienverkehr wurden die Vollscheren gegen Halbscheren getauscht.

Im März 1963 wurden mit dem Wagen 709 die einer Einreichung bei der Behörde zur Erlangung der Betriebsbewilligung vorausgehenden Probefahrten aufgenommen, mussten aber im Sommer wegen diverser aufgetretener Mängel wieder eingestellt werden. Insbesondere waren die Laufeigenschaften unbefriedigend und die Solenoidbremse im Laufdrehgestell erwies sich als nicht betriebssicher. Nach diversen konstruktiven Änderungen und Verbesserungen konnten die Versuchsfahrten erst im November 1963 mit dem Wagen 724 wieder aufgenommen werden. Obwohl auf die Blattfedern des Bugwagens zusätzliche Schwingungsdämpfer aufgesetzt worden waren, blieb die Neigung zu Nickschwingungen im Gelenkbereich, ausgelöst durch den langen Hebel des Nachlaufers, bis zu ihrer Ausmusterung bestehen. Insgesamt kann man über die Type F nur sagen, dass sie vor allem im Betrieb mit einem Beiwagen der Type l3 als äußerst lahmes und der modernen Zeit keineswegs entsprechendes Fahrzeug zu bezeichnen war.

1967 erfolgte der Umbau von 721-750 zum Mitführen eines schaffnerlosen l3-Beiwagen. Die restlichen Wagen 701-720 erhielten diese Ausrüstung erst 1970.

Der Einsatz der Wagen begann am 6. Juni 1964 solo von den Bahnhöfen Brigittenau und Floridsdorf auf den Linien 231 und 331. Der erste Einsatz mit Beiwagen Type l3 erfolgte am 7. Dezember 1964 auf der Linie 132, wo sie die bis dahin eingesetzten E + c3 ablösten. Damals konnte man im direkten Vergleich beurteilen, welch großartigen "Fortschritt" die F + l3 darstellten. Im Wesentlichen blieben die Wagen den nach Floridsdorf führenden Linien treu. Allerdings setzte der Bahnhof Brigittenau im Laufe der Jahre seine Triebwagen der Reihe F auch auf den Linien N, O, 5, 21, 29 und 33 ein. Der Bhf. Floridsdorf verwendete sie außer auf den traditionellen Linien 31, 31/5, 231, 331, 32 und 132 auch auf der nur einen Tag verkehrenden Linie 25/26. Vom 5. Juli 1982 bis zum 8. März 1986 waren auch einige F für die Linie 5 im Bhf. Rudolfsheim stationiert. Am 2. Juli 1984 kamen acht Wagen zum Bhf. Gürtel, wo sie bis zum 5. Oktober 1989 blieben und auf der Linie 37 fuhren. Vom 1. September 1986 bis 6. Februar 1987 verschlug es zwei F auch zum Bhf. Währing, der sie auf der Linie 42 verwendete. Ab dem 8. Dezember 1989 begannen sie sukzessive zum Bhf. Speising zu wandern, wo sie auf der Linie 62 ihre letzte Verwendung fanden.

Am 7. April 1995 erfolgte der letzte Einsatz auf der Linie 31/5 (letzter Wagen: Nr. 726) und am 28. Juni 1996 der allerletzte Einsatz auf der Linie 62.

Zwei Wagen wurden zu Revisionswagen Type FR umgestaltet. Erhalten sind noch der 711 im Besitz des VEF, der 734 als sogenannte Kasperlbim und der 746 im Wiener Straßenbahnmuseum, der auch der allerletzte F im Linienverkehr war.

Technische Daten

  • LüP: 19090 mm
  • Kastenbreite: 2300 mm
  • Kastenhöhe: 3183 mm
  • Radstand: 3300 mm (A-Wagen), 1800 mm (Drehgestell im B-Wagen)
  • Abstand zweite Achse bis Drehgestellmitte: 7400 mm
  • Leergewicht: 21 500 kg
  • Dienstgewicht: 29 770 kg
  • Leistung: 2 x 60 kW (WD 641)
  • Platzangebot: 34 Sitzplätze + 2 Klappsitze, 73 Stehplätze
  • Fußbodenhöhe über SOK: 915 mm
  • Stufenhöhe: 400 mm, 260 mm, 255 mm

Statistik

Nummer Firma Instandnahme UB f. schaffnerlosen l3 Ausgemustert Anmerkung
701 Si 23 07 1963 17 11 1970 25 04 1991
702 Si 28 08 1963 13 11 1970 29 06 1996
703 Si 09 08 1963 29 10 1970 25 04 1991
704 Si 14 08 1963 28 10 1970 29 06 1996
705 Si 30 08 1963 22 10 1970 12 09 1994
706 Si 06 08 1963 20 10 1970 29 06 1996
707 Si 28 03 1963 16 10 1970 29 03 1996
708 Si 20 03 1963 14 10 1970 29 06 1996
709 Si 01 03 1963 09 10 1970 01 12 1988
710 Si 18 07 1963 07 10 1970 28 04 1995
711 Si 15 03 1963 05 10 1970 29 06 1996 VEF
712 Si 23 04 1963 01 10 1970 12 09 1994
713 Si 17 04 1963 24 09 1970 12 09 1994
714 Si 16 07 1963 22 09 1970 30 11 1995
715 Si 30 04 1963 11 09 1970 28 04 1995
716 Si 11 04 1963 13 07 1970 10 12 1990
717 Si 12 04 1963 06 07 1970 12 09 1994
718 Si 04 07 1963 29 06 1970 31 12 1985
719 Si 05 07 1963 22 06 1970 10 06 1989
720 Si 26 04 1963 12 06 1970 28 04 1995
721 Si 12 07 1963 24 11 1967 28 04 1995
722 Si 09 07 1963 17 11 1967 29 03 1996
723 Si 20 08 1963 24 11 1967 29 06 1996
724 Si 29 07 1963 17 11 1967 12 09 1994
725 Si 26 08 1963 17 11 1967 01 09 1989
726 Si 04 11 1964 11 05 1967 29 03 1996
727 Si 18 11 1964 01 06 1967 24 12 1987
728 Si 18 09 1964 01 06 1967 28 04 1995
729 Si 14 10 1964 01 06 1967 23 12 1994
730 Si 07 10 1964 24 05 1967 01 12 1988
731 Si 20 11 1964 24 05 1967 01 09 1989
732 Si 13 11 1964 24 05 1967 29 06 1996
733 Si 21 07 1964 18 05 1967 30 11 1995
734 Si 22 10 1964 18 05 1967 29 06 1996 Kasperlbim
735 Si 28 10 1964 18 05 1967 13 09 1991
736 Si 19 10 1964 11 05 1967 10 12 1990
737 Si 30 10 1964 11 05 1967 10 06 1989
738 Si 11 06 1964 05 05 1967 29 05 1992
739 Si 29 05 1964 12 04 1967 29 06 1996
740 Si 31 07 1964 05 05 1967 29 03 1996 Teile zum Aufbau des LH 6462(II) verwendet
741 Si 21 08 1964 12 04 1967 12 09 1994
742 Si 14 07 1964 05 05 1967 23 12 1994
743 Si 08 09 1964 26 04 1967 29 03 1996
744 Si 30 09 1964 26 04 1967 29 04 1988
745 Si 25 09 1964 12 04 1967 30 11 1995
746 Si 28 08 1964 26 04 1967 29 06 1996 Straßenbahnmuseum
747 Si 24 06 1964 19 04 1967 29 05 1992
748 Si 11 09 1964 19 04 1967 29 06 1996
749 Si 02 07 1964 19 04 1967 01 03 1985 umbezeichnet in FR 6161
750 Si 13 08 1964 09 03 1967 01 03 1985 umbezeichnet in FR 6162

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