Straßenbahn Ybbs - Kemmelbach

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Allgemeines

Die Ybbser Straßenbahn war ein Straßenbahnbetrieb der Stadt Ybbs an der Donau mit einer Spurweite von 760 mm. Die "Elektrische Kleinbahn Ybbs - Kemmelbach" war mit einer Länge von 2,94 Kilometern eine der kleinsten Straßenbahnen weltweit. Sie verband die Stadt mit dem Bahnhof Ybbs-Kemmelbach an der Westbahn von Wien nach Linz.

Am 30. Juni 1906 wurde mit dem Bau der Strecke begonnen, für die allerdings erst am 21. März 1907 die Konzession erteilt wurde. Eröffnung war am 11. November 1907. Die Strecke war bis auf die beiden Weichen, welche in die Wagenhalle abzweigten, komplett eingleisig. Weitere Ausweichen für den Begegnungsfall gab es nicht. Die Remise befand sich bei km 2,330 und bestand aus einer 20m langen, 4m breiten und ca. 5m hohen Halle. Im inneren befand sich ein Gleis, samt Grube für etwaige Reperaturarbeiten. Nach der Einstellung der Straßenbahn diente die Remise bis 1958 als Wagenhalle für die Autobusse. Im Jahr 1970 erfolgte der Abriss.

Eine weitere Besonderheit war, daß bei Hochwasser, welches den Stadtplatz in Ybbs überschwemmte, der Ersatzverkehr in diesem Bereich mit Ruderbooten abgewickelt wurde.

Im Zuge des Ausbaues der Straße zum Kraftwerk Ybbs-Persenbeug, dem ersten Donaukraftwerk in Österreich, wurde die Straßenbahn eingestellt. Am 22. September 1953 fuhr sie zum letzten Mal.

Heute verkehren auf der Strecke Autobusse der Stadtwerke Ybbs.

Streckendaten

  • Länge: 2.983 km
  • Spurweite: 760 mm
  • Max. Gradiente: 5,145 % (Westbahnrampe auf einer Länge von 182 Meter)
  • Stromsystem: 550 V =
  • Rillenschienen: km 0,185 - 0,285; 0,995 - 1,103; 1,210 - 1,305; 2,681 - 2,941
  • Vignolschienen: km 0,000 - 0,185; 0,285 - 0,995; 1,103 - 1,210; 1,305 - 2,681

Haltestellen

  • 0,000 Bahnhof Kemmelbach
  • 0,240 Wieselburger Straße
  • 1,045 Sarlinger Auwege
  • 1,210 Kaiser-Franz-Josef-Jubiläumsallee
  • 1,865 Städtisches Bad
  • 2,307 Schießstätte/Hemmelmayer Stadel
  • 2,455 Fabriksgasse (früher: Fabrik Ignaz Eberstaller)
  • 2,681 Vorstadt Angern
  • 2,798 Lange Gasse/Gasthof Luger
  • 2,880 Dampfschiffstation
  • 2,935 Stadtplatz

Brücken

  • 0,34 Westbahnbrücke (15,5 m)
  • 1,12 Ybbsflußbrücke (42,2 m)
  • 1,34 Inundationsbrücke (4x 15 m)
  • 1,45 Kleine Labenbrücke (4 m)
  • 1,51 Große Labenbrücke (10 m)
  • 1,78 Werksgrabenbrücke (24 m)
  • 2,70 Mühlbachbrücke (4 m)

Fahrzeuge

Zum Einsatz kamen zwei Triebwagen mit folgenden Fahrzeugdaten:

  • Mechanischer Teil: Grazer Waggonfabrik
  • Elektrischer Teil: SSW
  • Länge über Puffer: 6.550 mm
  • Kastenlänge: 5.850 mm
  • Breite: 1.850 mm
  • Höhe: 3.190 mm
  • Radstand: 2.000 mm
  • Leergewicht: 5.700 kg
  • Motor: 1x 24 PS bei 730 U/min; ab 1909 hatten die Tw zwei Motoren
  • Fahrschalter: Type K mit 4 Serien-, 3 Parallel- und 6 Bremsstufen
  • Höchstgeschwindigkeit: 35 km/h

Anfangs hatte sie offene Plattformen, welche im Jahr 1913 verglast worden sind. Im Inneren befanden sich zwei Längsbänke mit je 8 Sitzplätzen. Außerdem gab es auf den Plattformen jeweils 2 Notsitze. Ingesamt gab es, mit den Stehplätzen eingerechnet, 34 Plätze.

Nach der Einstellung der Straßenbahn wurden die beiden Triebwagen von der Lokalbahn Mixnitz-Sankt Erhard erworben. Der Tw 1 diente dort nur als Ersatzteilspender und wurde im Jahr 1964 verschrottet. Tw 2 wurde in T 2 umbenannt und war bis 1963 im Verschubdienst tätig. Danach wurde er an das Museum "Nostalgiebahnen in Kärnten" verkauft, wo er aufwendig restaueriert wurde. Heute befindet er sich in Ferlach im Historama, Museum für Technik und Verkehr.


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