ÖBB-Postbus GmbH

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Aktueller Schriftzug der ÖBB Postbus GmbH

Inhaltsverzeichnis

Allgemeines

Die ÖBB-Postbus GmbH betreibt neben dem Großteil der Regionalbuslinien in ganz Österreich auch den Stadtverkehr in vielen kleineren und mittelgroßen Städten, darüber hinaus auch einzelne Linien in den Großstädten Innsbruck, Graz, Klagenfurt, Linz und Wien

Geschichte

Der Postbus hat, wie früher in Deutschland und heute noch in der Schweiz, seinen Ausgang Anfang des 20. Jahrhunderts genommen: 1907 wurden die ersten Linien in Betrieb genommen. Der Erfolg der Kraftfahrlinien wurde nur durch die zwei Weltkriege gebremst, in denen der Fuhrpark weitgehend zerstört wurde. Der Postbus war stets Teil der Postverwaltung, von 1938 bis 1945 jedoch der deutschen.

Von 1988 bis 1997 trat der Postbus zusammen mit dem Bahnbus unter der Bezeichnung Bundesbus auf. 1988 wurde nämlich die Bundesbus-Geschäftsstelle gegründet. Sie sollte das Zusammenwirken von Bahnbus und Postbus regeln. Tatsächlich blieben die beiden Busbetriebe aber völlig unabhängig. Die größte Auswirkung gab es in Form eines gemeinsamen Erscheinungsbildes der Busse und der Bezeichnung Bundesbus, statt wie bisher Postbus bzw. ÖBB-Bus. Nachdem die Post 1996 aus der Staatsverwaltung ausgegliedert wurde, löste man die Bundesbus-Geschäftsstelle 1997 auf, und Bahn- und Postbus gingen wieder getrennte Wege. Busse in der Bundesbus-Lackierung gibt es aber heute noch jede Menge, da man aus Kostengründen alte Busse nicht unnötig umlackiert.

1996 änderte sich der Status durch die Ausgliederung der Post aus der Staatsverwaltung und Umwandlung in einen privatrechtlichen Konzern mit dem Namen Post & Telekom Austria AG. 1999 wurde daraus nach Abspaltung der Telekom die Österreichische Post AG. 2000 entstand als deren Tochtergesellschaft die Österreichische Postbus AG, die 2001 von der Post an die ÖIAG (Industrieholding des Bundes), und 2003 von letzterer an die ÖBB ging. Im Oktober 2004 wurde aus personalrechtlichen Gründen der operative Betrieb in die ÖBB-Postbus GmbH ausgelagert, auf die mit 1. 1. 2005 auch der Bahnbus übertragen wurde. Damit ergibt sich die kuriose Situation, daß der Postbus nun der Bahn gehört, und der eigentliche Bahnbus nicht mehr existiert. Verständlich wird diese Vorgehensweise dadurch, daß die Österreichische Postbus AG nach der Abspaltung von der Post eigene Strukturen aufgebaut und ein rigoroses Reformprogramm durchgezogen hat, was beim Bahnbus noch ausstand. Die von der Regierung im Mai 2002 beschlossene Zusammenführung von Post- und Bahnbus sah darüber hinaus den Verkauf von einem Drittel der Linien vor, der 2005 abgeschlossen wurde. Wegen der starken Kritik an diesem Vorhaben mußte die Regierung aber Zugeständnisse, konkret Personalübernahme und kein Verkauf an ausländische Bieter, machen. Dadurch gingen viele Pakete an kleine Busunternehmen, einige konnten überhaupt nicht verkauft werden.

Gesellschaft

Die Gesellschaft wurde mit Gesellschaftsvertrag vom 30. Juni 2004 und mit Eintragung ins Firmenbuch am 07. Juli 2004 zu FN 250198p gegründet.
Gesellschafter sind die ÖBB-Personenverkehr Aktiengesellschaft zu 99,93 % und Mag. Peter Piskaty LL.M. zu 0,07 %. Die Stammeinlage beträgt € 100.000,00; aufgeteilt auf Piskaty mit € 70,00 und die ÖBB mit € 99.930,00.
Geschäftsführer mit kollektiver Zeichnungsberechtigung sind Ing. Mag. Christian Eder und KR Heinz Stiastny.
Prokuristen mit kollektiver Zeichnungsberechtigung sind Ewald Koller, Ing. Franz Nigl, Mag. Josef Schneider und Dr. Stefan Winkelbauer.
Im Aufsichtsrat sind Mag. Josef Halbmayr MBA, Mag. Gabriele Lutter, Franz Poimer, KR Gustav Poschalko und Robert Wurm (Betriebsrat).

Bei der Gesellschaft handelt es sich um eine große Kapitalgesellschaft und gehört dem Vollkonsolidierungskreis der ÖBB-Personenverkehr Aktiengesellschaft an.

Im Geschäftsjahr 2007 wurden 2.648 Beamte, 1.161 Arbeiter und Angestellte sowie 43 Lehrlinge beschäftigt. Im Jahr 2006 waren es 2.737 Beamte, 1.029 Arbeiter und Angestellte sowie 36 Lehrlinge.

Die Bezüge der Geschäftsführung wurden nicht offengelegt und wird die Schutzklausel in Anspruch genommen. Für die Mitglieder des Aufsichtsrates wurden 2007 Bezüge in der Höhe von € 4.900,00 ausbezahlt.

Beteiligungen

  • Koch Busverkehr GmbH; 1120 Wien, Wagramer Straße 17-19; zu 100 %
  • „KÖB“ Kraftwagenbetrieb der Österreichischen Bundesbahnen Gesellschaft m.b.H.; 1120 Wien, Wagramer Straße 17-19; zu 100 %
  • CSAD Autobusy Ceské Budéjovice (Böhmisch Budweis, Tschechien) zu 97,75 %

Lackierungsschema

  • bis 1980: elfenbein-schwarz
  • 19801988: dahliengelb-schwarz
  • Bundesbus
    • 19881989: dahliengelb-blutorange (Linienbusse)
    • 19881990: weiß-dahliengelb-verkehrsrot (Reisebusse)
    • 19901997/2000: dahliengelb-verkehrsrot (Linienbusse, 19911994 auch Reisebusse)
    • 19921996: dahliengelb-verkehrsrot-weiß-grau (Midibusse)
    • 19941997: weiß-verkehrsrot-dahliengelb (Reisebusse)
  • 19972001: weiß-verkehrsrot-dahliengelb
  • 20002005: lichtgrau-rapsgelb
  • 2005-2011: sandquarz metallic
  • 2011: sandquarz matt
    • seit 2011: weiß-rot-graphitgrau (Linienbusse, Auftragslinien WL)

Linien

Literaturhinweise

  • Peter Lösch, Hans Pötschner: 90 Jahre Postautobus. – Bonn: Omnibusspiegel, 1998. – ISBN 3-925301-97-6: eine ausführliche Unternehmensgeschichte
  • Alfred Rotter: Wir bewegen Österreich. – Wien: Österreichische Postbus AG, 2004. – ISBN 3-9501854-1-0: ein Bildband über historische und aktuelle Bustypen des Postbus
  • Michael Schefbäck: Modelle österreichischer Post- und Bahnbusse. – Wien, Privatdruck, 2005: ein Bildband zur Dokumentation der Busmodelle, die Postbusse und Bahnbusse zum Vorbild haben

Weblinks

offizielle Seite

private Seiten


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