Gräf & Stift

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Geschichte

Gräf & Stift war ein 1904 von den Brüdern Franz, Heinrich und Carl Gräf, sowie dem Investor Wilhelm Stift gegründeter österreichischer Automobilhersteller.

Bereits 1893 gründeten die drei Gebrüder Gräf eine Werkstätte, in welcher sie 1898 das weltweit erste Automobil mit Vorderradantrieb herstellten (Bild davon). Diese Technik ließen sie 1900 auch patentieren.

1901 kam der Investor Wilhelm Stift hinzu, woraus 1904 die Gründung des Unternehmens resultierte. Ab 1905 baute das Unternehmen vor allem große Limousinen (u. a. für die Habsburger) und kleine Busse, die ab 1908 u. a. für den Touristenverkehr in den Dolomiten eingesetzt wurden. Nach dem 1. Weltkrieg wurden im Stammwerk im Wiener Bezirk Liesing vor allem LKWs und Autobusse erzeugt.

1946 begann neben dem Bau von Autobussen und Lastkraftwagen das Zeitalter des Straßenbahnbaus. Gräf & Stift stellte neue Aufbauten für kriegsbeschädigte Beiwagen der Typen k1, k2, k3 und k4, im wesentlichen nach den alten Zeichnungen, her. 1949 wurde die Firma mit der Adaptierung von 21 aus New York stammenden "Amerikaner" der Type Z betraut. In den Fünfziger Jahren folgten dann viele Kastenneubauten von Triebwagen der Reihe K und die Ausrüstung mit Elin-Dosen und Schienenbremsen von Wagen der Typen K, M und m3. Daneben erfolgten auch Sanierungen diverser Arbeitswagen. 1954 wurde auf dem Untergestell eines Stadtbahntriebwagens der Type N (2854) der Turmwagen TU2 6122, ein Zweikraftfahrzeug, aufgebaut. Ein Teil der k8-Beiwagen wurden ebenso wie alle 30 k3neu-Beiwagen, beides Aufbauten von Holzkästen auf alte Untergestelle ausgemusterter Beiwagen, von Gräf & Stift geliefert. Auch eine Reihe der in Speising für die Linie 60 beheimateten ehemaligen Stadtbahnwagen erhielten bei Gräf & Stift Kastenneubauten.

1955 bis 1959 wurden von Gräf & Stift insgesamt zwanzig Schneepflugwagen der Type GP auf Teilen von Untergestellen ausgemusterter G-Triebwagen hergestellt.

1957 stieg Gräf & Stift mit dem Bau des ersten Wiener Gelenktriebwagens der Type D, einem Aufbau auf zwei n1-Untergestellen, in den Bau von Stahlwagen ein. Dem Musterwagen folgten bis 1960 noch weitere 15 Triebwagen der etwas modifizierten Type D1. Als einzige zur Gänze von Gräf & Stift gefertigte Wagen baute die Firma ab 1959 insgesamt 200 Beiwagen der Type l3. Zwei Arbeitswagen sind noch erwähnenswert: Der im Jahre 1966 an die Wiener Verkehrsbetriebe übergebene und heute noch in Verwendung stehende auf dem Untergestell des K 2284 aufgebaute Schienenstoßmesswagen der Type SM1 6116 sowie der allerdings inzwischen bereits wieder ausgeschiedene auf einem von der Firma Schörling in Hannover gelieferten Fahrgestell aufgebaute und 1971 an die Wiener Verkehrsbetriebe übergebene Schleifwagen SS2 6054.

Als letzten Auftrag über Holzkastenwagen führte Gräf & Stift 1962/1963 die Erneuerung der 11 H2-Triebwagen bei gleichzeitigem Einbau von Scherenstromabnehmer, Elin-Dosen und Schienenbremsen durch.

1971 wurde Gräf & Stift mit der Österreichischen Automobil Fabriks-AG zur Österreichischen Automobilfabrik ÖAF-Gräf & Stift AG fusioniert, und noch im selben Jahr wurde das Unternehmen von der MAN AG übernommen.

1972 und 1973 erfolgte der Umbau von 10 Beiwagen der Type c2 für schaffnerlosen Betrieb bei der Liesinger Firma. Davor waren schon Schaffnerlosumbauten von l3-Beiwagen vorgenommen worden und es sollten später auch noch Umbauten von l3 in l folgen.

1976 und 1977 wurden als letzter Straßenbahnauftrag 14 Stadtbahnbeiwagen der Type n2 bei Gräf & Stift einer gründlichen Sanierung unterzogen.

1988 errichtete MAN an der Stelle des Gräf & Stift-Stammwerkes in Liesing ein neues Werk. Mitte der 1990er Jahre wurde die Busproduktion in Österreich eingestellt. 2004 investierte MAN erneut 7 Millionen für eine hochmoderne und umweltfreundliche Lackiererei, und sicherte damit die Arbeitsplätze in Wien ab. MAN - anstelle von Gräf & Stift - ist schließlich nach wie vor der größte Arbeitgeber des 23. Bezirks.

Bustypen

Systematik der Typenbezeichnungen

Der einheitliche Aufbau der (neueren) Typenbezeichnungen sieht folgendermaßen aus: Hersteller – Ausführung/Typ/Antrieb – PS – Länge (Meter)

Früher (bis etwa Mitte der 80er Jahre) wurden die Gräf & Stift Busse anders bezeichnet:

Ausführung/Typ/Antrieb – PS – Achsabstand zwischen 1. und 2. Achse / (bei Gelenkbussen dann auch zwischen 2. und 3. Achse)

Die Kürzel lassen sich wie folgt entschlüsseln:

Hersteller

  • GS = Gräf & Stift

Ausführung

  • F = Fernverkehr
  • N = Niederflur
  • O = Omnibus

Typ

  • DD = Doppeldecker
  • G = Gelenkbus
  • L = Linienbus
  • M = Midibus
  • R = Reisebus
  • S = Stadt(?)linienbus
  • Ü = Überlandlinienbus

Antrieb

  • H = Heckantrieb
  • U = Unterflurantrieb

Typen für den Stadtverkehr

normale Länge (12m):

Midibusse:

Gelenkbusse:

Stockbusse:

Weitere:

O-Busse

Typen für den Überlandverkehr

normale Länge

10-Meter-Busse

Gelenkbusse

Fernverkehrs-Linienbusse

Reisebusse

Siehe auch

Meine Werkzeuge